11. Workshop für Studenten und Young Professionals

Ein Bericht von Christian Günther

Vom 28. bis 30. November 2014 führte die Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. in bewährter Kooperation mit der Jakob-Kaiser-Stiftung ihren traditionellen Workshop für „Young Professionals" durch. Am Freitagabend fanden sich - dieses Mal ungewohnter Weise- im CJD Bonn Workshopteilnehmer aller Couleur ein, um sich auf das kommende Thema „Gewerkschaften und linker Widerstand" der XXVIII. Königswinterer Tagung vorzubereiten.

Nach einer kleinen thematischen Einführung in die Untiefen des Begriffes „Links", die auf der einen Seite die historische Entstehung der politischen Einteilung erklärte, aber auf der anderen Seite auch die Probleme der Zuordnung anhand der „Schwarzen Front" aufzuzeigen versuchte, entstand eine hitzige Diskussion um Definitionen.

Unter den Teilnehmenden waren nicht nur Historiker, sondern auch andere Interessierte aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen, sowie Angehörige der Familien des Widerstands. Bereichert wurde die Diskussionsrunde durch das Kuratoriumsmitglied der Stiftung 20. Juli 1944, dem Generalmajor und ehemaligen ISAF-Sprecher in Afghanistan Josef Blotz. Die Diskussion vollzog auf einem nahezu chronologischen Weg den sich durch die Publikationen von Historikern und Politikwissenschaftlern ziehenden Diskurs um den Begriff des Widerstandes nach. So wurden beispielsweise Verknüpfungen mit Begriffen der „Moral", „Verfolgung", „Politik" und „Risiko" vorgeschlagen und wieder verworfen. Auch naturwissenschaftliche Ansätze konnten den Ansprüchen der Anwesenden nicht genügen.

Am Samstag fanden sich die am Abend zuvor entstandenen Kleingruppen zusammen, um sich im intensiven Selbststudium mit ihrem jeweiligen Thema zu beschäftigten. Hierbei war allerdings auch das kreative und künstlerische Können der Gruppe gefragt, da sie ihre Ergebnisse in Form von Sketchnotes (engl.: Skizze) und Note (engl.: Notiz) darstellen sollten, um die jeweiligen Inhalte verständlicher darzustellen. – Frei nach dem Motto: "Was die Hand geschaffen hat, begreift der Kopf umso leichter."

Am Samstagabend erwartete die Teilnehmer nicht nur der gewohnte Ausklang mit filmischen Mitteln (In diesem Jahr "2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß") sondern auch der Besuch einer Studentengruppe aus Breslau, die sowohl bei der Filmvorführung, als auch bei dem sich anschließenden Zeitzeugengespräch anwesend war. Trotz des straffen Zeitplans beider Gruppen gelang eine kurze Diskussion über die Wahrnehmung von „Widerstand", die zumindest die Dimension der unterschiedlichen Geschichtsbilder erahnbar machte. Im Anschluss ergriffen Teilnehmer beider Gruppen die Gelegenheit, Kontaktdaten auszutauschen.

JWS 14 Runde

Der Sonntag war dem Besuch der Ausstellungen „VERBOTENE KUNST - Bilder von Karl Schmidt-Rottluff für Helmuth James von Moltke" und „DER KREISAUER KREIS - Neuordnung im Widerstand gegen den Nationalsozialismus" im Haus Schlesien in Königswinter-Heisterbacherrott gewidmet, bevor die Gruppen anschließend die Ergebnisse Ihrer Arbeit präsentierten.

Der elfte Workshop stand im Zeichen des Aufeinanderprallens von Geschichtsbildern. Nicht nur das dichotomische Schemavom „linken" und „rechten" Widerstand wurde hinterfragt, sondern auch eine übernationale Fragestellung eröffnet, die es weiterzuverfolgen gilt. Es zeigte sich, dass interaktive Elemente von den Teilnehmern gut angenommen, und zudem ausdrücklich gewünscht wurden. Schmerzlich vermisst wurde in diesem Jahr die Möglichkeit des Austauschs mit Nachkommen aus der Enkel-und Urenkelgeneration des deutschen Widerstands, welcher in den vergangenen Jahren in persönlicherer Atmosphäre im Auerbachkeller des Adam-Stegerwald Hauses stattfinden konnte. Insgesamt kann der Workshop in diesem Jahr also als Erfolg, aber auch als Anstoß zur Neuausrichtung gewertet werden.

Programm