13. Workshop für Studenten und Young Professionals

Nachdem der Jugendworkshop der Forschungsgemeinschaft im letzten Jahr zum ersten Mal in Berlin stattgefunden hat, soll er in diesem Jahr vom 2. bis zum 6. November 2016 in Kreisau (Niederschlesien) stattfinden. Wie könnte es anders sein, soll das Thema natürlich der Widerstand des „Kreisauer Kreises“ sein.

 

Es wird um die politischen und intellektuellen Einflüsse gehen, die diesen sehr heterogen zusammengesetzten Kreis geprägt haben; es wird das Zusammenfinden, die Formierung dieser Gesprächsrunde thematisiert werden, wobei es den Hauptorganisatoren Moltke und Yorck vor allem darauf ankam, alle gesellschaftlich relevanten Gruppen und Denkhaltungen vertreten zu sehen, d.h. Aristokraten wie Bürgerliche, Konservative und Liberale wie Sozialisten, Protestanten wie Katholiken. Diese „bunte Mischung“ sollte die Gewähr bieten für eine spätere breite Akzeptanz des gemeinsam Erarbeiteten.

Und diese gemeinsamen Überlegungen, ja Pläne für eine Neuordnung Deutschlands in einem Europa „nach Hitler“ sollen im Mittelpunkt der Diskussionen und Arbeitsgruppen des Jugendworkshops im November stehen. Als Stichworte seien hier nur genannt die Problemkomplexe innere und äußere Politik, Sozial- und Wirtschaftspolitik, Bildungs-, Hochschul- und Kirchenpolitik, Selbstverwaltungsideen und natürlich die sog. „kleinen Gemeinschaften“ als Grundeinheit der zukünftigen politischen Verfassung. Es ging dabei ja um nicht weniger als um eine demokratische Erneuerung aus dem Geist des Humanismus und des Christentums.

Es gilt die Frage zu klären, was aus den Überlegungen und Planungen der Kreisauer geworden ist, ob sie nach 1945 in reale Politik umgesetzt werden konnten, oder ob ihre nachwirkende Kraft eher im Geiste der Versöhnung zwischen den Völkern Europas liegt.

Dieser Geist der Versöhnung hat ja nicht zuletzt im „neuen Kreisau“, in der „Stiftung Kreisau für europäische Verständigung“ als internationaler Begegnungsstätte sein Sinnbild gefunden.       Darum wird auch die Geschichte der „Wiedergeburt“ Kreisaus thematisiert werden, die ja nicht erst mit der Versöhnungsmesse von 1989 und dem berühmten Friedensgruß zwischen Helmut Kohl und Tadeusz Masowiecki begann. Dafür konnten wir Annemarie Franke gewinnen, die selbst viele Jahre in Kreisau tätig war und darüber kürzlich ihre Dissertation abgeschlossen hat. Die deutsche Ausgabe dieser an der Universität Wroclaw eingereichten Arbeit wird übrigens in allernächster Zeit in der „Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20.Juli 1944“ erscheinen.

Ein Tag in Breslau/Wroclaw, der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt, wird das Programm des Jugendworkshops abrunden. Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt, die per Bus von Bonn aus stattfinden wird, sind attraktive „Pausenziele“ vorgesehen.

Interessenten für die leider nur wenigen zur Verfügung stehenden Plätze melden sich bitte umgehend direkt beim Organisator dieses Workshops, Dr. Christoph Studt per Email (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).